
Wandern
am See
Rund um den Schliersee steigt das Gelände in alle Richtungen an. Im Norden runde, bewaldete Rücken, im Süden Felsgipfel über der Baumgrenze. Dazwischen ein Uferweg, der fast eben ist. Diese Seite ordnet die Wanderwege am Schliersee nach dem, was sie tatsächlich verlangen: nach Höhenmetern, nicht nach Adjektiven.
Vom Ufer nach oben
777Meter, das Seeufer
1668Meter, Bodenschneid
1684Meter, Brecherspitz
1759Meter, Aiplspitz
Warum hier so viele Wege beginnen
Der Ort liegt auf 777 Metern. Alles ringsum liegt höher, und fast alles ist zu Fuß erreichbar.
Der Schliersee liegt auf 777 Metern über dem Meer, mitten in einem Tal, das nach allen Seiten ansteigt. Das ist der eigentliche Grund, warum hier so viele Wanderwege beginnen: Man muss nicht erst irgendwohin fahren, um anzufangen. Wer am Ufer steht, steht schon am Fuß der Berge.
Die Berge ringsum gehören zu den Schlierseer Bergen, der mittleren Gruppe des Mangfallgebirges in den Bayerischen Voralpen. Das ganze Mangfallgebirge zählt zu den Münchner Hausbergen. Vom Ort aus liegen vier Gipfel frei im Blick: Aiplspitz, Jägerkamp, Brecherspitz und Bodenschneid.
Geologisch teilt sich das Gebiet, und man sieht es den Wegen an. Nördlich der Seemitte liegt die Flyschzone: bewaldete, gerundete Kuppen wie Huberspitz, Aschberg, Gindelalmschneid, Schliersberg und Breitenberg. Es sind Wege durch Wald, mit Ausblicken an den Lichtungen. Südlich beginnt der nördliche Kalkalpenzug, und dort ändert sich alles: Die Gipfel reichen über die Baumgrenze, der Fels tritt zutage, und der Weg wird zur Bergtour.

Der flache Anfang: einmal um den See
7,4 Kilometer, praktisch ohne Steigung, durchgehend am Wasser.
Wer zum ersten Mal hier ist, geht den Uferweg. Er misst 7,4 Kilometer, verläuft praktisch ohne Steigung und bleibt fast durchgehend am Wasser. Der See ist mit 2,22 Quadratkilometern übersichtlich: zweieinhalb Kilometer lang, gut einen Kilometer breit. Vom Weg aus sieht man deshalb fast immer das gegenüberliegende Ufer und weiß jederzeit, wo man ist.
Das macht den Rundweg zur besten ersten Orientierung. Man lernt in zwei Stunden, wo der Ort liegt, wo Fischhausen anfängt, wo die Insel im Wasser steht und in welcher Richtung die Berge aufsteigen. Danach fällt die Wahl für den nächsten Tag leichter.
Er ist außerdem die Antwort auf die Frage, was man an einem Tag macht, an dem oben Wolken hängen. Unten am Wasser ist es dann oft klar, und der Weg funktioniert bei jedem Wetter.
Die Stufe dazwischen: Almen und Waldrücken
Ein paar hundert Höhenmeter, Wald, Lichtungen und ein Blick, für den man nicht leiden muss.
Direkt über dem Ort liegt die Schliersbergalm. Sie ist der einzige große Aussichtspunkt hier, den man auch ohne Wanderung erreicht: Eine Seilbahn fährt hinauf. Von oben sieht man den See in ganzer Länge, mit der Insel in der Mitte. Es ist der Blick, den man von den Postkarten kennt.
Wer trotzdem zu Fuß gehen will, hat hier den angenehmsten Kompromiss der Region: hinaufsteigen und mit der Bahn zurück, oder umgekehrt. Für Gäste, die mit Kindern unterwegs sind oder die Knie schonen wollen, ist das die praktischste Lösung am ganzen See.
Nördlich davon zieht sich der Kamm der Flyschberge hin, mit Gindelalmschneid, Aschberg und Huberspitz. Das sind bewaldete Rücken mit Almflächen dazwischen, ohne ausgesetzte Stellen, und sie sind auch dann begehbar, wenn oben im Kalk noch Schnee liegt. Wer im April oder Anfang Mai kommt, wandert hier, nicht dort.
Auf der Westseite über dem See liegt die Bodenalm, das Weidegebiet unterhalb der Bodenschneid. Rund dreihundert Höhenmeter unter deren Gipfel steht die Rettenbäckalm mit dem Bodenschneidhaus, einer ganzjährig bewirtschafteten Hütte des Deutschen Alpenvereins. Wer eine Etappe mit Einkehr sucht, findet hier eine, die auch im Winter offen hat.


Die Gipfel: vier Berge über der Baumgrenze
Brecherspitz, Jägerkamp, Aiplspitz und Bodenschneid. Alle vom Ort aus sichtbar, alle ohne Auto erreichbar.
Die Brecherspitz ist der Hausberg. 1684 Meter, eine markante Pyramidenform, die man vom Wasser aus nicht übersehen kann, und gut drei Kilometer Luftlinie südsüdwestlich von Neuhaus. Ihr Ostgrat zieht bis zum Spitzingsattel. Erstmals erwähnt wurde sie zwischen 1078 und 1080, in einer Grenzbeschreibung des Hochstifts Freising, damals als „mons Spizzinch", der Berg Spitzing. Sie gilt als einer der von München aus am schnellsten erreichbaren Felsgipfel. Auf ihren Vorgipfel führte bis etwa 1997 ein Skilift, der 2010 endgültig abgetragen wurde. Heute ist sie ein beliebtes Skitourenziel.
Der Jägerkamp misst 1746 Meter und liegt östlich des Spitzingsees, südlich von Neuhaus. Nach Osten führt ein Grat über den Benzingspitz mit 1735 Metern weiter zur Aiplspitz. Nach Westen trennt ihn der Spitzingsattel von der Brecherspitz. Wer eine längere Runde sucht, findet hier die Verbindung.
Die Aiplspitz ist mit 1759 Metern der höchste der vier und gehört zur Rotwandgruppe östlich des Spitzingsees. Sie besteht aus Plattenkalk, und ihre Ost- und Nordhänge zeigen deutliche Kare, wegen derer das Bayerische Landesamt für Umwelt sie als wertvolles Geotop ausgewiesen hat. Der Name geht auf das Geitauer Alpl zurück, im Dialekt Aibl.
Die Bodenschneid mit 1668 Metern steht zwischen Tegernsee, Schliersee und Spitzingsee, genau auf der Gemeindegrenze zwischen Rottach-Egern und Schliersee. Sie ist ein langgezogener, oben freier Bergrücken mit steilen Abbrüchen nach Nordosten. Ihr Gipfelkreuz gehört zu den größten in Bayern. Der etwas niedrigere Südostsporn auf 1653 Metern trägt ebenfalls eines.
Die Gipfel in Zahlen
- Aiplspitz
- 1759 m, Rotwandgruppe, Geotop
- Jägerkamp
- 1746 m, Grat zur Aiplspitz
- Benzingspitz
- 1735 m, auf dem Grat dazwischen
- Brecherspitz
- 1684 m, der Hausberg
- Bodenschneid
- 1668 m, sehr großes Gipfelkreuz
- Rotwand
- 1884 m, südlich am Spitzingsee
- Höhenunterschied ab Ufer
- 891 bis 982 Meter
Vom Frühstückstisch auf 777 Metern bis zur Baumgrenze ist es näher, als die meisten Gäste vermuten.
Ohne Auto in die Berge
Bahn bis Fischhausen-Neuhaus, Bus zum Spitzingsee, Skibus im Winter kostenlos.
Die Berge am Schliersee gehören zu den wenigen in Oberbayern, die man ohne Auto vollständig erschließen kann. Die Bahn fährt von München Hauptbahnhof ohne Umsteigen bis Schliersee und weiter bis Fischhausen-Neuhaus, dem Haltepunkt am Westufer, den es seit 1911 gibt. Von dort beginnen mehrere Anstiege nach Süden.
Zum Spitzingsee hinauf fährt ein Bus. Im Winter ist es der Skibus, der mit der Gästekarte nichts kostet. Oben auf 1084 Metern beginnen die Wege zu Jägerkamp, Aiplspitz und Rotwand, ohne dass man die ersten dreihundert Höhenmeter selbst gehen muss.
Für uns ist das ein praktischer Vorteil: Wer bei uns wohnt, kann eine Woche hierbleiben, in die Berge gehen und das Auto zu Hause lassen. Wer eines mitbringt, stellt es bei uns kostenfrei ab und braucht es an den meisten Tagen nicht.

Ein Wort zur Vorbereitung, und zwar ein ernstes. Diese Seite nennt Höhen und Entfernungen, weil die feststehen. Gehzeiten nennt sie nicht, weil die von Kondition, Wetter und Wegzustand abhängen und alles andere als konstant sind. Im Frühjahr liegt in den Nordhängen oft länger Schnee, als es von unten aussieht, und im Kalk sind die Wege dann anders zu bewerten als im Flysch.
Wer eine Tour über die Almstufe hinaus plant, sieht vorher beim Deutschen Alpenverein nach, wie die Wege dran sind und welche Hütten offen haben, und beim Deutschen Wetterdienst nach dem Bergwetter. Im Winter kommt der Lawinenlagebericht dazu. Das ist keine Formalie, sondern der Unterschied zwischen einem guten Tag und einem, über den man später ungern spricht.
An der Rezeption sagen wir dir gern, was gerade geht. Wir wohnen hier, wir sehen jeden Morgen, wo die Wolken stehen, und wir haben eine ziemlich genaue Vorstellung davon, welche Tour zu welchem Gast passt.
Wer nicht allein losgehen will: Im Frühjahr und im Herbst bietet die Gemeinde Schliersee Wanderwochen an. Die geführten Wanderungen sind für unsere Gäste kostenlos. Frag an der Rezeption nach den Terminen.
Adressen und Quellen
Alle Adressen führen zu den Betreibern selbst. Zeiten und Preise ändern sich, prüf sie dort.
Deutscher Alpenverein
Wegezustand, Hüttenöffnung und Sicherheitshinweise für die Berge ringsum.
Deutscher Wetterdienst
Bergwetter und Warnungen für den Landkreis Miesbach.
Lawinenwarndienst Bayern
Der aktuelle Lagebericht. Vor jeder Skitour im Mangfallgebirge Pflicht.
Schliersbergalm
Der Berg über dem Ort, mit Seilbahn, Sommerrodelbahn und Blick über den See.
Alpenbahnen Spitzingsee
Lifte und Bahnen am Spitzingsee, im Winter wie im Sommer.
Tourismus Schliersee
Die offizielle Seite der Gemeinde mit Veranstaltungen, Gästekarte und aktuellen Hinweisen.
Bayerische Regiobahn
Fahrpläne und Tickets für die Strecke München Hauptbahnhof bis Schliersee.
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Badegewässer, Messwerte und die Geotope der Region, amtlich.
Häufige Fragen.
Welche Wanderwege gibt es am Schliersee?
Drei Stufen. Erstens der Uferweg rund um den See, 7,4 Kilometer praktisch ohne Steigung. Zweitens die Almstufe mit Schliersbergalm, Gindelalmschneid, Aschberg und Bodenalm, bewaldet und ohne ausgesetzte Stellen. Drittens die Gipfel Brecherspitz mit 1684, Bodenschneid mit 1668, Jägerkamp mit 1746 und Aiplspitz mit 1759 Metern.
Welcher Berg ist der Hausberg von Schliersee?
Die Brecherspitz mit 1684 Metern. Sie liegt gut drei Kilometer südsüdwestlich von Neuhaus, hat eine markante Pyramidenform und wurde zwischen 1078 und 1080 erstmals als „mons Spizzinch" erwähnt. Sie gilt als einer der von München aus am schnellsten erreichbaren Felsgipfel.
Gibt es leichte Wanderungen am Schliersee?
Ja. Der Uferweg mit 7,4 Kilometern ist fast eben und auch mit Kinderwagen machbar. Zur Schliersbergalm über dem Ort führt eine Seilbahn, man kann also hinauffahren und zu Fuß zurück oder umgekehrt. Die bewaldeten Flyschrücken nördlich der Seemitte sind ebenfalls ohne ausgesetzte Stellen.
Wie viele Höhenmeter sind es vom See auf die Gipfel?
Das Seeufer liegt auf 777 Metern. Bis zur Bodenschneid sind es 891 Höhenmeter, bis zur Brecherspitz 907, bis zum Jägerkamp 969 und bis zur Aiplspitz 982. Wer mit Bahn und Bus zum Spitzingsee auf 1084 Meter fährt, spart davon rund dreihundert.
Kann man ohne Auto zum Wandern nach Schliersee kommen?
Ja, das ist hier sogar der bequemere Weg. Die Bahn fährt ohne Umsteigen von München Hauptbahnhof nach Schliersee und weiter nach Fischhausen-Neuhaus. Zum Spitzingsee hinauf fährt ein Bus, im Winter der Skibus, mit der Gästekarte kostenlos.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern am Schliersee?
Mai bis Oktober für die Gipfel. Im April und Anfang Mai liegt im Kalkalpenzug südlich der Seemitte oft noch Schnee, dann wandert man auf den bewaldeten Flyschrücken nördlich davon. Der Herbst ist die klarste und leerste Zeit.
Wo bekomme ich verlässliche Gehzeiten und Wegeinfos?
Beim Deutschen Alpenverein für Wegezustand und Hüttenöffnung, beim Deutschen Wetterdienst für das Bergwetter und im Winter beim Lawinenwarndienst Bayern. Alle drei sind unten verlinkt. An unserer Rezeption sagen wir dir zusätzlich, was an dem Tag tatsächlich geht.
Gibt es geführte Wanderungen am Schliersee?
Ja. Im Frühjahr und im Herbst bietet die Gemeinde Schliersee Wanderwochen mit geführten Wanderungen an. Für Gäste des Terofal sind sie kostenlos.
Weiterlesen
- Die Berge am Schliersee
Alle Gipfel mit Namen und Höhe, von der Brecherspitz bis zur Rotwand.
- Der Prinzenweg zum Tegernsee
Rund 14 Kilometer über Gindelalm und Neureuth ins Bräustüberl, mit Bus oder Bahn zurück.
- Der Seerundweg
7,4 Kilometer einmal um den See, fast ohne Steigung.
- Die sechs Zimmerkategorien
Von 18 Quadratmetern mit Bergblick bis 40 mit eigener Sauna, ab 125 € pro Nacht.
- Wellness am Schliersee
Sechs Zimmer mit privater Sauna. Keine Öffnungszeiten, keine geteilte Ruhezone.
Von hier aus starten
Unser Haus steht mitten im Ort, sieben Gehminuten vom Bahnhof und vier vom Wasser. Fragen zur Region beantworten wir gern an der Rezeption, täglich von 7:30 bis 20:00 Uhr unter +49 8026 92921-0.
